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Buchtipps

Eines der besten Bücher des Frühjahrs und - wie die Neuerscheinungen von Leif Randt und Lutz Seiler - für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert, ist der neue Roman von Verena Güntner Power. „Kerze“, die Hauptfigur des Romans, ist ein Mädchen von 11 Jahren, das sich auf die Suche nach dem verschwundenen Hund Power der alten Hitschke macht. Sie gibt sich dazu einen Auftrag und zieht ihn durch – ohne Rücksicht auf Verluste.

Die Ausstellung ist abgesagt, aber der Katalog ist erschienen: Die Alltagsmagie mit ihren Riten, Schutzzaubern und Bauopfern ist für unsere Region exemplarisch in der neuen Publikation versammelt, die vom Stadtarchivar Martin Ehlers herausgegeben wurde. Viel befremdliches und einiges Unbekanntes einer noch gar nicht lange versunkenen Welt haben die Autoren des Sammelbandes ausgegraben.

Eine der Entdeckungen dieses Jahres dürfte die erstmalige deutsche Übersetzung von Mary Mac Lanes Ich erwarte die Ankunft des Teufels sein.

In welchen Raum rufe ich hier meine Meinung über den neuen Pullman? Ist es der holzgetäferte, von hohen Maßwerkfenstern begleitete Saal der Dark-Material-Fans (great!), oder der schmiedeeiserne Glaspalast der Steampunkanhänger (impressionante!), ist es der von spitzen Türmchen gesäumte Hof der Potterianer (hazardous!) oder die neoromantische young-adult-Fantasy-Gemeinde (nice!)? Die vielen Möglichkeiten zeigen den Reichtum des neuen Bandes der Dark-Material-Reihe von Philipp Pullman.

Der für den Leipziger Buchpreis nominierte, aber leider nicht gekürte Roman Allegro Pastell von Leif Randt ist einer der geglücktesten Versuche einer Gegenwartsbeschreibung dieser Saison. Dabei ist der ein wenig merkwürdig collagierte Titel aus Musik und Kunst Symbol für das musikalisch empfundene Kontinuum eines atmosphärisch dichten Sprachwerks, das der Autor mit seinem neuen Roman geschrieben hat.

Mit seinem Wenderoman Stern 111 hat Lutz Seiler den Preis der Leipziger Buchmesse in diesem Jahr gewonnen. Dank Corona-Virus wurde der Preis auch ohne echtes Publikum heute morgen dem vor dem Radio lauschenden Publikum verkündet. Lutz Seiler dürfte vielen mit seinem letzten Roman Kruso in Erinnerung sein. Dort spielte die Insel Hiddensee die Rolle einer Traumlandschaft, in der der Saisonarbeiter Kruso eine vielschichtig erzählte Zeit verbringt. Nun führt uns der Autor ins Wende-Berlin in die Frühzeit des heute arrivierten Prenzlbergs, wo viele Perspektiven noch offen waren.

Wer kennt sie nicht, die drei schwäbischen Krankheiten: Pest, Cholera und von dr' Alb ra. Bov Bjerg ist mit dem Auerhaus, der Coming-of-Age-Geschichte aus der schwäbischen Provinz, ein großer Erfolg gelungen. Nach der Modernisierung der Mutter, weiteren Geschichten aus dem Umfeld des Auerhauses, ist nun ein neues Buch erschienen, das ebenfalls am Albtrauf spielt, die Serpentinen, die sich nun ganz der dritten schwäbischen Krankheit widmet: einer schicksalhaften Verstrickung in Armut und Gewalt.

Man könnte meinen, Klassiker sind schwierig, uralt und so angestaubt, dass das Lesen dieser Bücher die Grenze zur Zumutbarkeit streift. Das ist aber nicht so! Wer es nicht glaubt soll Kinderbücher lesen. Die klassischen Kinderbücher, von Alice im Wunderland bis zu den Kinder von Arden haben in aller Regel ihre alte Frische bewahrt. Ausnahmen bestätigen die Regel. Als Einstieg könnte zum Beispiel die Geschichte vom kauzigen Doktor Dolittle dienen, der mit den Tieren sprechen kann. Das ist witzig, unterhaltsam und doch fein geschrieben. Eigentlich Pflicht!

Was ist wichtig an Geschichten? Keine Ahnung. Aber in der Regel weiß ich recht schnell, ob es sich lohnt, ein Buch zu lesen. Bei Freischwimmen ist das unbedingt der Fall, obwohl die Geschichte geradezu nach IGNORIEREN schreit. Das liegt an der Hauptperson, Cym, dem Jungen mit dem komischen Namen Cymbeline (nach einer hierzulande eher unbekannten Shakespear-Komödie), der auch sonst einige Merkwürdigkeiten vorzuweisen hat. Am schlimmsten ist natürlich das, worum es geht: das Schwimmen, das er, nun ja, eben nicht beherrscht.

Man stelle sich vor: die Existenz nach dem Ende. Wie könnte sie aussehen, welche Sinne registrieren noch das Dasein, was kann man sehen, riechen, fühlen, schmecken und hören um sich zu vergewissern, dass man noch da ist? Und welche Rolle spielt dabei das Denken?

Corona-Maßnahmen

Seit Mittwoch, 24. November 2021, gilt in der Buchhandlung die 2G-Regelung!

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Dank Corona werden voraussichtlich auch die Lieferungen nicht mehr ganz so zuverlässig erfolgen, sodass es sein kann, dass Ihre bestellten Bücher nicht am Folgetag, sondern einen Tag später bei uns eintreffen. Außerdem werden Kalender, Spiele und alle großformatigen Artikel nicht mehr zum Folgetag bestellbar sein, sondern benötigen 2-3 Tage. Der Grund liegt in einem hohen Kranken- bzw. Quarantänestand, verbunden mit Personalmangel. Wir bedauern das, können die Lieferpraxis aber leider nicht ändern.

Wir danken für Ihre Mitarbeit und bitten um Verständnis.