Herzlich willkommen in der Buchhandlung Krüger!
Seit 1899 liegt unsere Buchhandlung am Klostertor im Kloster Maulbronn. Mit dem Schwerpunkt auf Belletristik führen wir die literarische Tradition fort, die seit Jahrhunderten Maulbronn prägt. Von Hermann Hesse haben wir ständig rund 100 Titel vorrätig. Zusätzlich führen wir seine Werke in derzeit 10 Fremdsprachen. Wenn Sie an bestimmten, auch älteren Ausgaben interessiert sind, beraten wir Sie gerne.
Weitere Spezialitäten sind Bücher über das Mittelalter und Klöster, sowie Literatur aus und über die Region (Reiseführer, Mundart, Krimis, Kochbuch ...). Hochwertige Geschenkbücher und unsere Kinderbuchabteilung ergänzen das Sortiment.
Für alle Anlässe empfehlen wir unsere Büchergutscheine.
Unser Service für Sie: Wir bestellen Ihnen jedes Buch, in der Regel über Nacht. Vergriffene und antiquarische Titel dauern meist etwas länger. Wir beraten Sie gerne bei der Suche nach Ihrem persönlichen Wunschtitel.
Kompetenz in Büchern und individuelle Beratung sind unsere Stärke.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch bei uns in Maulbronn!
Dr. Reto Krüger und Team
Seit 1899 Bücher am Klostertor
Eine kleine Chronik: Als 1899 August Krüger die Buchbinderei von seinem Lehrmeister Christian Kolb übernahm und gleichzeitig mit dem Verkaufen und Verlegen von Büchern und Ansichtskarten begann ahnte er vermutlich nicht, dass 125 Jahre später die gleichen Räumlichkeiten immer noch diesem Zweck dienen würden: dem Verkauf von Büchern. Seit damals steuern Krügerinnen und Krüger und ihre Mitarbeiter*Innen das kleine Bücherschiffchen durch die Wogen der Zeitgeschichte.
Bei der Gründung gab es noch ein deutsches Kaiserreich und Maulbronn war eines der großen touristischen Zentren dieses Reiches. Ansichtskarten, Klosterführer und photographisches Material waren neben dem Binden der Aktendeckel der staatlichen Verwaltung, der Zeitschriften des Seminars und dem Verkauf von Tabak die Grundlage des Geschäfts.
Als Hermann Hesse 1906 sein Unterm Rad veröffentlichte war das der Startschuss für die Literarisierung des Angebots. Wie Hans Aburi in seinem autobiograhischen Roman Labyrinthspiel viele Jahre später schreibt:
Vorn, gleich hinter dem Torturm, nistete ein Buchbinder mit Werkstatt und Laden. In seinem Fenster lag ein neues Buch. Es hieß UNTERM RAD und war von einem jungen Mann namens Hermann Hesse verfaßt, einem Basler Missionarssohn wie Tor, der an einem eben so blauen Septembertag vor vierzehn Jahren über diesen weiten Vorplatz auf das Kloster zugegangen war. Hans Aburi, Labyrinthspiel, Hannover 1970, 156/157
Wenige Jahre später bricht der erste Weltkrieg aus und August muss für ein Jahr an die Westfront. Das Geschäft wird durch die kargen Zeiten von seiner Frau Sophie geführt. Trotz Hyperinflation ist die Kombination aus Büchern, Postkarten, Schulbüchern, Tabak und Bindearbeiten erfolgreich, denn 1923 kann das Gebäude erweitert werden.
Als der einzige Sohn und designierte Nachfolger Kurt ausgewachsen ist und seine Lehre als Buchbinder absolviert hat findet keine Übernahme statt. Vielmehr bricht der abenteuerlustige Schwabe in Richtung USA auf und arbeitet 1926-28 als Buchbinder in New York. Die dringenden Rufe seiner Eltern führen ihn aber wieder zurück und so steht er bald wieder hinter dem Ladentisch, den es bis heute gibt. Aber erst 1938 wird er nach dem Tod seines Vaters der neue Chef.
Als Deutschland 1939 den Krieg erklärt hofft der Buchhändler altershalber um den Wehrdienst herumzukommen. Das klappt nicht, und er wird als Fahrer eines Polizeiregiments Beteiligter an grausamen Einsätzen in Polen und Russland.
Währenddessen ist seine Frau Julie wie schon ihre Vorgängerin Sophie diejenige, die den Laden schmeisst und die Familie inklusive Sohn Klaus, über den Krieg bringt. Auch dieser wird am Ende seiner Lehrzeit ins Ausland aufbrechen - nach Genf, und auch er wird zurückkehren, allerdings mit Gattin.
Unternehmungslustig bleibt er und verzichtet auf die Buchbinderei, die im Zeitalter des Verlagseinbandes keine Aufträge mehr hat. Stattdessen setzt er auf Kunst und macht Ausstellungen: ab 1968 mit Gegenwartskunst. In den 70er und 80er Jahren sind Bücher essentieller Teil der Kultur und das Geschäft läuft.
Mit dem Aufstieg der neuen Medien seit den neunziger Jahren verebbte dieser Bücherboom des Bildungsbürgertums und als nach der Jahrtausendwende der Generationenwechsel ansteht, ist erst unklar, ob die Buchhandlung weitergeführt wird. Sie wird, und seit 2006 führt Reto Krüger in vierter Generation den Handel mit Büchern fort.
Die Glaskugel ist verlegt, und so weiß keiner, ob es in 125 Jahren noch Bücher geben wird. Das Abenteuer Lesen wird aber, mindestens als Nische fortbestehen. Denn, wie der Spruch unserer Mitarbeiterin Frau Schmid belegt: Lesen erreicht Stellen im Körper, da kommt Netflix gar nicht hin.
Und so besteht Hoffnung, dass auch in den nächsten Jahren die Buchhandlung am Eingangstor des Klosters Maulbronn Bestand haben wird.