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Buchtipps

Mit traumwandlerischer Leichtigkeit führt einen die junge, in Singapur lebende indonesische Autorin Clarissa Goenawan durch ihren Debütroman. Darin sucht der junge Mathematiklehrer Ren Ishido nach den Hintergründen des Mordes an seiner Schwester. Schritt für Schritt taucht er tiefer in das Leben seiner Schwester ein und begibt sich damit auf eine Reise, die ihn zu den Menschen und sich selbst führt.

Frühjahr ist Gartenzeit, was schmerzende Rücken, hartnäckig schwarze Finger und manchen Wunsch nach einem selbstregulierenden Garten mit sich bringt. Die notwendigen Rezepte dafür bringt der Kosmos Verlag mit seiner Neuerscheinung Der antiautoritären Garten. Mit sich selbst versamenden Pflanzen kann diese Utopie Wirklichkeit werden, allerdings nur bei einer gewissen Achtsamkeit der Rahmenbedingungen und Kenntnis der einzusetzenden Pflanzen.

Familienromane sind beliebt, am ehesten als Saga. Über Jahrzehnte, noch besser über Jahrhunderte verlaufen die Biographien von Menschen, die alle durch Blut und Gefühle miteinander verbunden sind. Wofür andere hunderte von Seiten und ebensoviel Jahre benötigen macht Jocelyne Saucier in einer Generation und in einem schmalen Band.  

Eine total verrückte Geschichte ist das, die Herr Kuckuck eines Tages erlebt: ein Pinguin steht vor der Tür und bezieht seine Wohnung. Der ungebeten Gast nervt durch seine herausfordernde Art, mit der er seine Wünsche vorträgt. Mal will er baden, sofort, dann wünscht er ständig Fisch, er dekoriert die Zimmerpflanzen um, weil er Grün nicht erträgt, und er telefoniert heimlich: wegen eines Doppelgängers!

In der großen Stadt am Hafen gibt es einen Marder namens Zorilla, einen gefürchteten, in einen schwarzen Mantel gekleideten und geheimnisumwitterten Mitbürger. Als er anfängt, in rätselhaften Aktionismus zu verfallen, fragen sich die Einwohner der Stadt, das Krokodil, der Affe, das Pferd oder die Ratten, auf welche Bedrohung sie sich nun einstellen müssen. Ängste werden wach, Gerüchte machen die Runde. Nach einer Nacht voller Schrecken ist Zorilla verschwunden.

Wer die ersten beiden Bände über das Provinznest Holt in Colorado von Kent Haruf gelesen hat, der kennt die Personen, die darin vorkommen, und er weiß, was ihn auch in diesem neuen Buch erwartet. Obwohl man weitab vom Schuss große Träume hegt, aber wenig vom Leben erwartet, ist es weniger das Schicksal, als vielmehr das Handeln, das die Geschicke der Menschen bestimmt.

Das älteste Spiel der Welt ist das Spiel um deine Seele …

Ein ungemein farbenreiches Buch über den Menschen und seine Facetten ist Carl von Siemens' Reisebericht Der Tempel der magischen Tiere. Er schreibt über seine Reisen an den Amazonas, auf die Cook-Inseln und nach Australien, wo er ohne Scheu vor unangenehmen Erfahrungen den Kontakt zu Kulturen am Rande der Zivilisation sucht - auf dem Weg zu sich selbst: Für alle, die Überraschungen lieben, Reisen schätzen und sich für den Menschen interessieren.

Zwischen Krimi, Fantasy und Sci-Fi angesiedelt, beschreibt der Roman von Thomas Erle eine überraschende Dystopie mitten im Ländle. Ein großes, brachial überwachtes Sperrgebiet im Schwarzwald nach einem rätselhaften Unfall und viele Vermisste, die dort verschollen sind, bilden den Rahmen eines Buches, das man, bei aller sprachlichen Überschaubarkeit als absoluten Pageturner bezeichnen kann. Es ist überaus spannend zu lesen, wie sich der 16-jährige Felix auf der Suche nach seinen Eltern in das Sperrgebiet aufmacht. Dort findet er Gleichgesinnte ebenso wie Outlaws.

Ein neuer Krimi der Altmeister des leicht humorigen, immer ein wenig durchtriebenen Kriminalromans, diesmal in Bonn. Karin und Holda wagen sich auch mit gut 80 Jahren noch auf überraschende Pfade.