Details

ISBN/EAN: 978-3-257-07148-1
Einband: Leinen
Weitere Details
Erschienen am:
Sprache:
Deutsch
Umfang:
345 S.
Format (T/L/B):
2.2 x 18.8 x 12.5 cm

Hersteller:
Diogenes Verlag AG
info@diogenes.ch
Sprecherstrasse 8
CH 8032 Zürich


Importeur:
truepages UG (haftungsbeschränkt)
truepages UG (haftungsbeschränkt)
info@truepages.de
Westermühlstrasse 29
DE 80469 München

Weitere Details arrow_forward_ios
24,00 €

Nicht lieferbar

Unser Tipp für Sie

An einem Ort, der Unterm Rad als Vorlage gedient hat, sollte man ein wenig sensibel für coming-of-age-Romane sein, jener Gattung also, die die Menschwerdung der Autoren in den Jahren ihrer Pubertät zum Gegenstand hat. Ganz allgemein ist ein großer Anteil der Literatur dieser Gattung verpflichtet, ist sie doch die Zeit, in der man die Welt und sich selbst entdeckt und die Grundlagen für das so verhasste, spätere Erwachsenen-Dasein legt.

In diesem Frühjahr sind gleich eine ganze Reihe solcher Romane erschienen. Liebevoll pflegt Alexander Gorkow in Die Kinder hören Pink Floyd die Erinnerung an die 70er Jahre mit vielen atmosphäischen Details. Durchaus speziell ist aber seine Idee, die Geisteswelt eines Jugendlichen in das Spannungsfeld zwischen kleinem Bruder und großer Schwester einzupassen. Durch die Augen des kleinen Bruders sieht man staunend dem Lebenshunger der herzkranken Schwester zu und lernt ganz en passant, worauf es im Leben eigentlich ankommt.

Ewald Arenz erzählt in Der große  Sommer die Geschichte von Frieder, der einen Sommer bei seinen Großeltern verlebt, dort nicht nur den bis dahin ein wenig gefürchteten Großvater schätzen lernt, sondern auch die ersten Gehversuche im wirklichen Leben macht und dabei allen großen Themen des Lebens begegnet: dem Vertrauen, der Liebe, der Arbeit und dem Tod. Arenz’ Sommer wird groß durch die Größe der Gefühle, die man in diesem Alter hat, und die einen so einzigartig machen. Stilistisch bleibt er eher einem einfachen Erlebnisbericht verpflichtet.

Sehr ähnlich lässt uns Benedict Wells in seinem neuesten Pageturner Hard Land am Leben von Sam in einem kleinen Ort in Missouri teilhaben. Was bei Arenz stilistisch fehlt, holt Wells süffig nach, auch wenn bei beiden die Zuspitzung überschaubar bleibt. Die großen Gefühle sind die Leitplanken, die das unter Hormonlast quietschende Gefüge namens Jugend auf Spur hält.

Big Sky county von Callan Wink schließlich geht ein wenig über den einen Sommer hinaus und lässt eine ganze Jugend Revue passieren, auch wenn ein Sommer die Angel bildet, um die sich das ganze Buch dreht. Die Unterschiede zwischen amerikanischer und europäischer Jugend sind oberflächlich, die familiären Unterschiede und der Druck der Peer group allerdings nicht. Der Zustand existentieller Verwahrlosung scheint jenseits des Atlantiks doch ein wenig dringlicher zu sein als hierzulande, auch wenn die Themen im Großen und Ganzen die gleichen sind.

Wenn man bedenkt, dass 2019 Blackbird von Matthias Brandt und Wie später ihre Kinder von Nicolas Mathieu oder 2020 von Bast Kast Das  Buch eines Sommers erschienen sind, und diese nur stellvertretend für viele Andere angeführt sind, dann kann man vielleicht erkennen, wie breit der Strom dieser Gattung der Literatur ist – auch 100 Jahre nach Hesses Unterm Rad und weit über 200 Jahre nach Anton Reiser.

Lesen Sie unsere vollständige Rezension

Beschreibung

Missouri, 1985: Um vor den Problemen zu Hause zu fliehen, nimmt der fünfzehnjährige Sam einen Ferienjob in einem alten Kino an. Und einen magischen Sommer lang ist alles auf den Kopf gestellt. Er findet Freunde, verliebt sich und entdeckt die Geheimnisse seiner Heimatstadt. Zum ersten Mal ist er kein unscheinbarer Außenseiter mehr. Bis etwas passiert, das ihn zwingt, erwachsen zu werden. Eine Hommage an 80s Coming-of-Age-Filme wie The Breakfast Club und Stand By Me - die Geschichte eines Sommers, den man nie mehr vergisst. Ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2022.

Über Benedict Wells

Benedict Wells wurde 1984 in München geboren, zog nach dem Abitur nach Berlin und entschied sich gegen ein Studium, um zu schreiben. Seinen Lebensunterhalt bestritt er mit diversen Nebenjobs. Sein vierter Roman, >Vom Ende der Einsamkeit, stand mehr als anderthalb Jahre auf der Bestsellerliste, er wurde u.a. mit dem European Union Prize for Literature (EUPL) 2016 ausgezeichnet und ist bislang in 38 Sprachen erschienen. Nach Jahren in Barcelona lebt Benedict Wells in Zürich.

Schlagzeile

'. und ich fühlte mich so, wie ich mich schon mein ganzes Leben lang fühlen wollte: übermütig und wach und mittendrin und unsterblich.'

Video