Lesung: Fischele
Der Verein Leben im Alter e.V. Maulbronn hat den Berliner Autor Klaus Grammel eingeladen, aus seinem bewegenden Werk über das Wilnaer Ghetto zu lesen, und wir machen einen Büchertisch.
Zum Buch: Er gab ihr seine Jacke, spätabends am 6. September 1941, in einem zugigen, von verzweifelten Menschen vollgestopften Treppenhaus im Ghetto von Wilna. Alex, der Lisa bis dahin noch nie gesehen hatte, tat dies, obwohl er nur noch an sich selbst denken wollte. Welch‘ eine ungeheure Kraft diese kleine Geste für sie beide in sich barg, ist ihnen äußerlich nicht anzumerken. Sie veränderte sein Leben wie auch ihres. Noch Jahrzehnte später, als er im Sterben lag, dachte er an dieses vermeintlich unbedeutende Erlebnis zurück.
So begann die Liebe zweier junger Menschen in einer grausamen, durch und durch lebensfeindlichen Welt. Als Juden waren sie von den Nationalsozialisten dazu bestimmt worden, ermordet zu werden. Welchen Sinn hat die Liebe in der Hölle?
Alex hat diese, seine wahre Geschichte Klaus Grammel erzählt und ihm das Versprechen abgenommen, sie niederzuschreiben.
Der Autor: Klaus Grammel ist 1937 geboren, aufgewachsen in bescheidenen Verhältnissen in einem Berliner Hinterhof. Studium der Theologie und Philosophie mit Seitenblicken auf Geschichte, Psychologie und Literatur. Sieben Jahre Pfarrer und Studienleiter in der Diakonenausbildung im Evangelischen Johannesstift, danach Kreisschulpfarrer in Berlin-Spandau, Schulleiter am Oberlin-Seminar und Gemeindepfarrer in Berlin-Marienfelde. Mehrere Veröffentlichungen.