Suomen paras
Anziehend an diesem Buch ist wenig: der rosa Einband mit depressiv drapierter, verwaschener Schönheit, reizte mich persönlich wenig. Doch die Ankündigung, dass einer der berühmtesten finnischen Romane einer der bekanntesten Kulturschaffende von Finnland in deutscher Erstübersetzung vorliegt, hat mich dazu gebracht, das Buch anzulesen.
Ich bin dabei geblieben und durfte am Leben einer jungen Frau in den 70er Jahren teilnehmen, die ein wenig ziellos, aber mit großer Offenheit und Neugierde ihren Platz in der Gesellschaft sucht.
Der stark autobiographische Roman, so kann man lesen, schildert ihren Weg über Schauspielerei und Regie zur Schriftstellerei. Es zeigt ein sehr stark von der sowjetischen Kultur geprägtes Land, das bis in die Liebesbeziehungen hinein manchmal wie ein spätes Echo russischer Romane der Revolutionszeit wirkt.
Dass das Buch zugleich eine queere Emanzipationsgeschichte ist erscheint angesichts der sprachlichen Leichtigkeit und Buntheit sekundär. Eine Entdeckung für alle literarisch Interessierten ist es auf jeden Fall.