Spannend und gemütlich

Spannend und gemütlich – was sich wie zwei gegensätzliche Prinzipien der Literatur anhört, ist doch eine Einheit: im cosy crime. Der Mix aus meist dörflicher oder kleinstädtischer Idylle und Gewalttat ist eine bewährte Mischung, wenn es um spannende Entspannung geht.

Englische Autoren der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sind dabei stilprägend gewesen, an erster Stelle Agatha Christie und Dorothy Sayers. Diese werden bis heute immer wieder nachgedruckt, andere müssen erst wieder aus der Versenkung gehoben werden.

So ist eben Mord in Sussex neu erschienen von John Bude, der dritte Fall von Inspektor Meredith, erstmals 1936 in England zu lesen, jetzt auch auf Deutsch.

Eine interessante Geschichte stellt Der Tote auf der Treppe dar mit klassischem Herrenhaus, wertvollen Gemälden, Manuskripten, Automobilen und was sonst zum herrschaftliche Auftreten gehört. Lebendig geschrieben gehört dieser Krimi zu den besseren seines Genres. Umso überraschender ist das Nachwort, das verrät, dass alles außer dem Mord autobiographisch ist: Eine Lady hat geschrieben.

Wer cosy auch mit skurrilen Individuen, überraschenden Handlungsverläufen und gemächlicher, dafür unkonventioneller Ermittlungsarbeit verbindet und auch vor Städten nicht scheut, dem sei die neue Hausboot-Detektei empfohlen. Eine bunte Mischung aus Randexistenzen ermittelt im Fall eines ermordeten Sternekochs von einem Amsterdamer Hausboot aus – mit Erfolg.

 


Bibliographie