Oha Oláh!

Am gestrigen Dienstag durften wir in Maulbronn einen denkwürdigen Abend mit dem österreichischen Autor Thomas Oláh erleben.

Dank der Unterstützung des Börsenvereins des deutschen Buchhandels kam der Wiener die 1000 km in die schwäbische Provinz gefahren, um aus seinem Debütroman Doppler zu lesen.

Mit großem Vergnügen konnten wir dabei Abenteuerliches aus dem Leben eines Jungen von vielleicht 11 oder 12 Jahren hören.

Durch einen Unfall der Eltern wird der Knabe zu den Großeltern aufs Land verschickt und erlebt dort um 1970 das ländliche Leben in allen Spielarten. Vom bedächtigen Zuhause der Alten über die Hausschlachtung und das Gartl, das herbstliche Keltern und Abfüllen der Weinernte bis zu grotesken Kinderspielen beschreibt Oláh mit liebevoller Präzision und viel Humor das dörfliche Leben in einem mittlerweile historischen Österreich.

Doch obacht, wer hier eine Idylle vermutet, liegt nur wenig richtig. So zauberhaft leicht und sprachspielerisch manche Sätze die Idylle nahelegen, so doppelbödig und manchmal auch brutal ist die literarische Welt des Doppler. Ein großartiges Debüt, das zurecht nicht nur für den Deutschen, sondern auch für den Österreichen Buchpreis nominiert ist.

 


Bibliographie