Lichte Stille
Der Titel ist Programm, denn Lichtungen sind die Orte, an denen die Hauptfigur Lev ganz bei sich ist. Lichtungen im rumänischen Wald, in Siebenbürgen, urwüchsig und still. Sie sind aber auch der Ort einer gnadenlosen Arbeit, damals, als der Kommunismus noch ganz Osteuropa und den Balkan beherrschte.
Erst am Ende der Geschichte von Iris Wolff langt man dort an, in der Vergangenheit. Der Beginn liegt in der Gegenwart, wo Lev auf der Suche nach der Liebe und sich selbst durch Europa zieht, um in Zürich seine Jugendfreundin Kato zu treffen.
Zwischen diesen beiden Polen spannt sich eine Geschichte, die Interieurs in rumänischen Bauernhöfen, Dorffeste, den Winter in den Karpaten oder ein Krankenlager in stillem Licht und manchmal zauberhafter Verklärung vor unseren inneren Augen aufscheinen lässt.
Ein schönes Buch über die Vergangenheit mit melancholischem Schimmer hat sie also geschrieben, aber auch eine Liebesgeschichte, in der die Liebe ebenso schön und schmerzhaft, ungreifbar und offen ist, wie Kato für Lev.