Zorilla - von Ängsten und Illusionen

In der großen Stadt am Hafen gibt es einen Marder namens Zorilla, einen gefürchteten, in einen schwarzen Mantel gekleideten und geheimnisumwitterten Mitbürger. Als er anfängt, in rätselhaften Aktionismus zu verfallen, fragen sich die Einwohner der Stadt, das Krokodil, der Affe, das Pferd oder die Ratten, auf welche Bedrohung sie sich nun einstellen müssen. Ängste werden wach, Gerüchte machen die Runde. Nach einer Nacht voller Schrecken ist Zorilla verschwunden. Der Text ist zuende, die Bilder aber gehen weiter und erzählen von einem Sehnsuchtsprojekt: eine Glasflasche hat er sich gebaut, in der Zorilla selbst als Flaschenpost sich auf eine weite Reise macht.

Mit breitem Strich hat die Illustratorin nicht nur ein leuchtendes Bild von Hamburg geschaffen, sondern auch die Geschichte des Marders in eindrucksvolle Bilder gefasst. Die Einsamkeit des beargwöhnten Marders, die tuschelnden Tiere in den Straßen oder in der Bar, die Geschichte von Zorilla, die ganz ohne Worte auskommt. Das Ungleichgewicht zwischen dem erzählten Blick von außen und den erlebten Bildern Zorillas ist ein spannender Versuch, die verschiedenen Perspektiven auch erzähltechnisch fruchtbar zu machen. Das ist rundum gelungen. Ein schönes, empfehlenswertes und nicht zuletzt thematisch auch wichtiges Buch.

Kunstanstifter Verlag
ISBN/EAN: 9783942795715
20,00 € (inkl. MwSt.)
Kategorie:
Kinderbuch