Kinderkrimi? Kinderkrimi!

Ein Kinderkrimi hat immer ein Problem: Entweder er ist dank seiner Handlung mit Mord und Totschlag unverantwortlich, dem kindlichen Gemüt gegenüber, oder er ist langweilig, oder er ist kein Krimi. Der neue, zweite Band von Jakob Wegelius balanciert meisterhaft zwischen diesen Polen einer kriminalistischen Erzählung für Kinder, ohne einen dieser Fehler zu begehen.

Das schmökerhaft umfangreiche Buch beschreibt die Aufklärung eines Diebstahls und sehr diverser Vergehen einer Schmugglerbande im viktorianischen Schottland durch einen Affen, genauer, eine Äffin namens Sally Jones. Diese ist nach den Abenteuern im ersten Band zusammen mit ihrem Käptn in Lissabon gestrandet, wo sie Geld für die Renovierung ihres Schiffes zu verdienen suchen. Der Versuch, Geld zu verdienen und der rätselhafte Einbruch ins kaputte Schiff führen Sally Jones schließlich nach Glasgow, wo sie bald in den Händen einer rauhbeinigen Schmugglerbande landet. Sie schmachtet in Haft, kann jedoch sich und andere retten und löst am Ende alle dunklen Stellen auf.

Sally Jones, die nicht sprechen kann, dafür schreiben und natürlich alle Arten von Maschinen reparieren, ist hier weniger eine Detektivin. Sally Jones ist eher ein guter Geist, der aus allen Menschen, die ihr begegnen, das Gute heraus holt. Nun ja, aus fast allen. Denn einen Bösewicht muss es schon geben. Jakob Wegelius setzt ein Happy End an den Schluss, der zeigt, dass Kinderkrimis sehr wohl möglich sind. Es gibt die Kämpfe, die Bösartigkeiten, die sich Menschen gegenseitig antun. Aber es gibt auch die Hoffnung und eine Form sturer Zurückhaltung und Freundlichkeit, die Breschen in die aggressive Front der Bösewichte schlägt.

Unbedingt lesenswert.


Bibliographie
Kategorie