Im dunklen Brunnenwinkel
Wundersam ist die Entwicklung mancher Autorenlaufbahn. Der Regisseur, Künster und Autor Akiz hat mit seinem Erstling Der Hund den Weg von Underdogs in die elitäre Sphäre der Sterneköche beschrieben. Jetzt folgt mit seiner Königin der Frösche eine Neuauflage des Froschkönigs, erzählt im Stil der Zeit um 1800, ein Märchenroman. Viele altertümliche Wendungen tragen zum märchenhaften Charakter bei, der aber vor allem in den Traumerzählungen der Erlensteiner Prinzessin eine expressive Wucht erhält.
Akiz lässt den Roman in seiner alten Heimat spielen: Es gibt den Tübinger Pfarrer, die Hengstenberger und nicht zuletzt Maulbrunn. Der dunkle Wald könnte der Stromberger Forst sein, der Schönbuch oder der Schwarzwald. In seinem Dickicht lauern die Monster, ebenso wie am Brunnenwinkel und in den kalten Kammern der Burg.
Ein bißchen Grusel und schwarze Romantik ist dabei, vor allem aber eine kraftvolle Sprache, wie man sie selten liest.