Die Revolution war unter uns
200 Jahre ist es her, dass Georg Herwegh im Seminar Maulbronn Schüler war, 175 Jahre, dass er mit einer Handvoll Aufständischen die Demokratie herbeikämpfen wollte. Nach vielen Monaten der Flügelkämpfe, des Hinhaltens, des strategischen Ausbootens und des Verweigerns riss den demokratisch gesinnten Politikern in Südwestdeutschland die Hutschnur. Zusammen mit aus Paris eilends herbei marschierten Behelfstruppen, einem bunten Häuflein von Exildeutschen unter Herweghs Führung, wagten die Demokraten unter Hecker und Struve den Aufstand.
Das Ergebnis ist bekannt und tieftraurig: Die Revolutionäre wurden zwischen Karlsruhe und Weil am Rhein gejagt, zersprengt und restlos geschlagen. Einigen wie Herwegh gelang die Flucht, meist in die Schweiz, viele wurden inhaftiert, manche erschossen.
Liest man die Debatten der Zeit erstaunt es, wieviel von dem, was uns heute bewegt – man denke an die Debatte über die Überhangsmandate oder die aktuellen Streiks – schon damals debattiert wurde.
KiWi hat nun Grundlagentexte von Georg und Emma Herwegh, von Friedrich Hecker und allgemein Forderungen des Volkes in Auswahl zusammengestellt. Die Lektüre lohnt sich, denn sie zeigt, wie viel, aber auch wie wenig sich an den grundlegenden Problemen der Demokratie in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat.