Über die Hilflosigkeit des Menschen

Charles Ferdinand Ramuz ist hierzulande kaum ein Begriff. Allenfalls diejenigen, die gerne einmal Urlaub im Wallis in den Schweizer Alpen machen kennen vielleicht einen seiner Bergromane.

Dieser Ramuz hat einen knappen und lakonischen, manchmal fast schmerzhaft verdichteten Stil. In seinem Roman Sturz in die Sonne beschreibt er die letzten Tage einer Menschheit, der der Planet abhanden kommen wird. Nachdem es immer heißer und heißer wird erkennen die Menschen, dass die Erde in die Sonne stürzen wird.

Ramuz' Buch erzählt von der Natur, wie sie sich verändert, von den Tieren, die zu entkommen versuchen und irgendwann sterben, von den Menschen, die räsonieren und irgendwann versuchen zu flüchten.

Es ist ein finsteres Buch, das im gleißenden Licht der sich nähernden Sonne einen Schatten auf unsere Gegenwart wirft. Geschrieben wurde es 1922 ohne Kenntnis des Klimawandels. Die Einsicht in die Hilflosigkeit und Ignoranz des intelligentesten Lebenwesen auf diesem Planeten angesichts einer existentiellen Bedrohung ist bemerkenswert und literarisch grandios in Szene gesetzt.

 


Bibliographie