Ausstellung Alfred Finsterer - Masken und Mythen

Heute ist nur noch wenig vom Graphiker und Buchkünstler Alfred Finsterer (1908 - 1966) bekannt, doch in den 60er und 70er Jahren gehörte er zu den führenden Gestaltern des deutschen Südwestens. Als Typograph und Grafiker war er für das Aussehen der Publiaktionen des Belser und des Reclam-Verlages verantwortlich. Für das Klingspor-Museum in Offenbach entwarf er Schriften. Und nebenher entstand ein umfangreiches graphisches Werk.

Vor dem zweiten Weltkrieg arbeitete Finsterer vor allem als Buchillustrator. Erst nach dem Krieg entstanden auch freie, großformatige Arbeiten. Als Kind seiner Zeit sind mythologische Erzählungen der Antike (Ovid) neben zahlreichen Masken und Harlekinen am häufigsten anzutreffen.

Stilistisch orientierte sich Finsterer in den sechziger Jahren stark an Picasso und Max Ernst, womit er zu seiner Zeit nicht allein steht. Die Harlekine und mythologischen Themen sind bei vielen Künstlern der Zeit beliebt. Daneben bleibt der Einfluss der Literatur konstant. Immer wieder bezieht er sich auch in seinen freien Arbeiten auf Motive der Weltliteratur, von Don Quichotte bis Goethe, von Ovid bis Christian Morgenstern.

Charakteristikum seiner graphischen Werke ist der ungeheure Aufwand, den er dabei betrieb. Radierungen werden von Platten gedruckt von denen – vor allem bei Farbradierungen – auch mehrere zum Einsatz kommen können. Finsterer hat mit enorm vielen gedruckt: von bis zu 22 Platten wurden seine Farbradierungen abgezogen – mit dem entsprechenden Aufwand an Arbeit und Sorgfalt.

In der Ausstellung zu sehen ist eine Auswahl aus dem Metamorphosen-Zyklus, der insgesamt 16 großformatige Blätter umfasst. Außerdem sind Blätter der Saltimbanques, der Sternzeichen, Landschaften und nicht zuletzt Bücher zu sehen, die er gestaltet hat.

26.07.2019 - 17:00 bis 08.09.2019 - 17:00