Reise im Geiste

Gelungene Bilderbücher zeichnen sich meistens durch ein interessantes Verhältnis von Bild und Text aus. Manchmal bilden die beiden eine harmonische Einheit, manchmal kämpfen sie miteinander. Und manchmal verzichten die Gestalter ganz auf den Text. Ein solches Beispiel ist das neueste Werk von Sven Nordqvist, der vor allem mit Mama Muh und Petersson und Findus weltberühmt geworden ist. Nun schon zum zweiten Mal riskiert der großartige Erzähler in Bildern einen kompletten Verzicht auf den Text. Ging es beim ersten Mal um die Suche nach der großen Schwester ist es nun ein Spaziergang mit Hund.

In beiden Fällen zeichnet Nordqvist Bilder mit panoramatischer Breite, die eine Fülle von Details zu einer sehr individuellen Welt verbinden. Ein kleiner Junge darf den Hund seiner Großmutter ausführen, mit dem er die Bahn in einen Park nimmt. Dort treffen die beiden eine Menge merkwürdiger Tiere und seltsamer Gestalten. Der Park entwickelt sich zum Zoo, der Zoo zum Dschungel, und schon sind die beiden mitten in einem Piratenabenteuer, wo sich China und das alte England die Hand geben. Ein Europa voller historischem Gerümpel, märchenhafte Landschaften, Piranesiparaphrasen und eine wüste Katzenmafia führen neben anderem zum glücklichen Ende, wo der Junge den Hund wieder nach Hause bringt.

Es ist eine humorvolle, selten bedrohliche, auf jeden Fall reiche und immer wieder überraschende Reise im Geiste, die man dank Sven Nordqvist unternehmen kann. Ein Buch für alle.